Unrecht heißt Familienrecht
Justiz der Lügner
Beim Roman "Justiz der Lügner" handelt es sich nicht um eine Parallelbearbeitung von "Unrecht heißt Familienrecht" in Romanform, sondern vielmehr um einen eigenständigen Krimi mit einem Mordfall, in den die hier veröffentlichte Thematik verpackt wurde, um sie spannender und unterhaltsamer an den/die LeserIn zu bringen.
Gleich nach seiner Fertigstellung habe ich den Roman einigen Verlagen angeboten, die ihn alle, grundsätzlich thematisch begründet, ablehnten. Ich versuchte, einen Literaturagenten zu finden, doch da kam die Ablehnung schon, ohne dass jemand überhaupt das Manuskript sehen wollte - und dies in einer Literaturlandschaft, wo ganze Berge von Kriminalromanen mit fader, spannungsloser oder völlig unlogischer Handlung, geschrieben im Stil eines mittelmäßigen Schulaufsatzes, auf dem Markt sind.
Solange ich damit beschäftigt bin, den Scherbenhaufen zu sortieren, den die Gerichtsprozesse aus meinem Leben gemacht heben, fehlt mir jedoch die Zeit und Energie, mich langfristig und beharrlich um Veröffentlichung zu bemühen und ich habe daher nach relativ wenigen Versuchen schon aufgegeben.
Ich möchte aber den Frauen, die aus persönlicher Betroffenheit meine kindesunwohl-Seite lesen, die Gelegenheit geben, sich auf unterhaltsame Weise mit dem Thema zu beschäftigen und veröffentliche daher hier ein ausführliches Exposé und vier Kapitel als Leseprobe.
Justiz der Lügner - Exposé
Der Roman `Justiz der Lügner' berichtet, wie das Leben einer ledigen Frau, Marisa van Hünsel - Künstlerin und Mutter zweier hochbegabter Söhne - mittels dreier familienrechtlicher Prozesse, die sich über zwei Jahre hinziehen, zerstört wird. Dabei tut sich insbesondere eine Sozialarbeiterin des Jugendamtes hervor, deren
Aktivitäten in der Vorlage eines fingierten Gutachtens gipfeln, in welchem Marisa van Hünsel als psychisch gestört und erziehungsunfähig, ihre Söhne als schwer verhaltensgestört diffamiert werden.
Initiatoren dieser Geschichte sind Bert Kohlmeyer, der biologische Vater der Kinder und seine Freundin Britta Heize, deren Motivation von Haß und Habgier geprägt wird.
Marisa van Hünsel und ihre Kinder Enrico und Robby werden dabei nicht nur auf der offiziellen Ebene verfolgt, sondern auch im tagtäglichen Alltagsleben. Da Herr Kohlmeyer im gleichen Mehrfamilienhaus lebt, nutzt er jede sich ihm dadurch bietende Gelegenheit, ihr Leben mit vielfältigen Schikanen in eine Art Hitchcock-Szenario zu verwandeln.
So weit ist dieser Roman bis ins Detail authentisch, eine Nacherzählung persönlicher Erlebnisse. Ich habe diese Geschichte jedoch in einen Kriminalfall eingearbeitet, bei dem eine Frau getötet wird, woraufhin die beiden Kommissare Freya Feuerbach und Arno Waterman diverse Spuren verfolgen, um den Täter zu ermitteln, mit Frau van Hünsel als einer Hauptverdächtigen. Bei diesem Teil des Romans handelt sich um reine Fiktion ohne realen Hintergrund.
Ort der Handlung ist in erster Linie die niederrheinische Großstadt Wersten, Arbeitsplatz der Kommissare und Wohnsitz von Bert und Marisa. An den 400 Kilometer entfernten süddeutschen Nebenschauplätzen Kallbronn und Ehlingen leben Berts Familie und alte Freunde, insbesondere Frau Heize, sowie auch Marisas Freund Guido.
Der Roman umfasst 465 Seiten (im DIN-A-4-Format), gegliedert in drei Teile mit insgesamt 50 Kapiteln. Vorausgestellt wird ein kurzer Prolog, der auf den Realitätsbezug hinweist, am Ende ist eine (spöttische) Danksagung angefügt. Zudem habe ich jedem Teil ein Kurzzitat eines bekannten Autors (Henning Mankell/Margaret Atwood/ Bert Brecht) und dem gesamten Roman eine Widmung an meine Söhne vorangestellt.
Die drei Teile des Romans unterscheiden sich in Bezug auf die Handlungsträger. In Teil I wechseln sich Kapitel zur Arbeitswelt der beiden Kommissare und Kapitel mit Rückblicken in die Lebensverhältnisse Marisa van Hünsels und ihrer Gegner, ab. Dabei werden die privaten und beruflichen Verhältnisse aller Hauptpersonen vorgestellt, sowie die Vorgeschichte zum Fall Kohlmeyer/van Hünsel, soweit zum Verständnis der folgenden Ereignisse nötig.
In Teil II, insgesamt ein Rückblick, ist Marisa van Hünsel die Hauptperson. In Teil III dreht sich die Handlung um die Kommissare Feuerbach und Watermann mit ihrer Ermittlungstätigkeit. Die Kapitel, in denen die Kommissare im Zentrum stehen, sind im Präsens geschrieben, die übrigen im Imperfekt, um die zeitlichen Verhältnisse zu unterstreichen.
Der Roman führt mit unvermittelten Anfang direkt ins Geschehen. Dabei befinden sich die beiden Kommissare
Freya Feuerbach und Arno Waterman im Wohnzimmer einer Mutter, der sie die Ermordung ihrer beiden kleinen Töchter mitzuteilen haben. Es ist einer der ersten Fälle für Freya, die neu beim Dezernat für Gewaltverbrechen arbeitet, als Partnerin Arnos. Dieser ärgert sich einerseits darüber, dass ihm eine neue, jüngere Kollegin gleichberechtigt zur Seite gestellt wird, andererseits fühlt er sich stark zu der attraktiven Freya hingezogen.
Das erste und dritte Kapitel berichten über die Bearbeitung des Falls der beiden Mädchen, bei gleichzeitiger Charakterisierung der beiden Kommissare und ihrer Beziehung zueinander.
Bei Arno Waterman handelt es sich um einen in traditionellem Rollendenken verhafteten Macho, der zu cholerischen Anfällen neigt, aber auch sehr charmant sein kann und damit großen Erfolg bei Frauen hat. Freya, eine Feministin mit unkonventionellen Absichten, stößt sich ständig an Arnos Verhalten, ist jedoch nicht immun gegen seinen Charme. Diese Konstellation führt zu einem ständigen Hin und Her zwischen Anziehung und Ablehnung - ein Nebenthema des Romans.
Zwischen diesen beiden Kapiteln ist ein Rückblick auf eine zehn Jahre zuvor spielende Szene eingefügt, bei der Bert Kohlmeyer, Britta Heize und die Clique seiner alten Jugendfreunde vorgestellt werden, auf einer Party mit reichlich Alkohol- und Drogenkonsum bei dem, später auch eine wichtige Rolle spielendem Hannes Klomp. Dabei erfährt man für die weitere Geschichte Relevantes über das Haus in dem Bert lebt und es kommt zur Sprache, dass Bert, nach der Geburt des zweiten Kindes von Marisa, sehr unzufrieden mit seiner Lebenssituation ist. Das erweckt neue Hoffnungen bei Britta Heize, ihn, den sie sich schon in jungen Jahren als Traumpartner ausgeguckt hatte, doch noch zu erobern und so fängt sie gleich an, ihn gegen Marisa aufzuhetzen.
Der zweite Rückblick (Kapitel Vier), führt fünf Jahre zurück und beleuchtet die Verhältnisse von Bert Kohlmeyer, Marisa van Hünsel und ihren Söhnen Enrico und Robby. Dabei lernt man Marisa als eine sehr aktive Frau kennen, die neben ihrer künstlerischen Arbeit noch vielseitige Tätigkeiten zur Sicherung ihres und ihrer Kinder Lebensunterhalt zu bewältigen hat. Während sie z.B. nach umfangreichem Tagesprogramm spätabends noch Brötchen bäckt, sitzt Bert Kohlmeyer mit der Bierflasche vor dem Fernseher und beklagt sich über die durch ihre Arbeit verursachte Ruhestörung.
Es wird beispielhaft erläutert, wie Marisa sich um alle Belange der Kinder kümmert und man erfährt von Überlegungen Berts, wie er sich dabei einbringen könnte, wobei angedeutet wird, dass er damit andere Absichten hegt, als die Verbesserung der Beziehung zu seinen Söhnen.
Das letzte Kapitel von Teil I berichtet über einen neuen Einsatz für die beiden Kommissare, als eine Frau tot in einem Hinterhof aufgefunden wird. Der Leser erfährt hier, um der Spannung in der weiteren Handlung willen, noch nichts über die Identität der Frau. Auch über die Todesursache wird nicht mehr bekannt, als dass sie vermutlich vom Balkon gefallen ist. Im Verlauf von Teil II wird der Leser dann feststellen können, dass es sich bei der Toten entweder Britta Heize oder Marisa van Hünsel handeln muss.
Teil II führt drei Jahre zurück, als Marisa van Hünsel gerade an einem Mathematikbuch zur frühkindlichen Begabtenförderung arbeitet, das sie aus ursprünglich für ihre eigenen Kinder entworfenem Material zusammenstellt. Sie ist nämlich nicht nur Künstlerin, sondern auch, wie die beiden Söhne, intellektuell hochbegabt, was in sofern von Bedeutung ist, da diese `Andersartigkeit' später gegen sie verwendet wird.
Hier setzt nun Bert Kohlmeyer zum lang geplanten Schlag gegen Marisa an, indem er behauptet, seine frühere Bekannte Britta Heize hätte gute Verlagsbeziehungen und wolle sich für die Veröffentlichung von Marisas Buch einsetzen. Nach einiger Zeit bringt Bert die zunächst skeptische Marisa dazu, Britta Heize zu sich einzuladen, wobei sich dann zeigt, dass Frau Heize, die inzwischen nur noch Druckereikontakte vorgibt, mit ganz anderen Absichten kommt. Sie erhebt vor Marisas Augen nicht nur Anspruch auf Bert Kohlmeyer, sondern darüberhinaus auch auf Marisas Kinder, ja auf deren gesamtes Leben. Marisa, im eigenen Heim als aussortiert in die Ecke gewiesen, soll durch diesen rabiaten, ohne jede Vorwarnung stattfindenden Auftritt so getroffen werden, dass sie psychisch zusammenbricht. Doch Frau Heize trägt so dick auf, dass die vollkommen verblüffte Marisa stattdessen sie für verrückt hält und es zudem nicht schafft, klarzustellen, dass sie ihr das Buch nicht in die Hand geben will. Als Frau Heize zum Abschluss Bert auch noch vor Marisa ausgiebig abküsst, fragt sie ihn, ob diese Frau eigentlich vollkommen verrückt sei, - immer noch arglos gegenüber Bert, wohl auch, weil es sich bei Frau Heize im Gegensatz zu ihr selbst, um eine häßliche, vorzeitig gealterte Frau ohne Niveau handelt. Daraufhin erklärt Bert eiskalt, er hätte mit Britta über Internet abgesprochen, auf diese Art ihre Beziehung aufzunehmen.
Marisa zieht sich sogleich emotional zurück und betrachtet ihre zwanzigjährige Freundschaft mit Bert als beendet, doch Bert tut so, als hätte es die Szene mit Britta Heize nie gegeben, wodurch sie Marisa immer surrealer vorkommt. Ein weiterer Auftritt wird unter dem Vorwand inszeniert, Britta Heize müsse die Mathematikbücher bringen, da die Druckerei angeblich nichts mit der Post schicken würde.
Bert gelingt es immer wieder Marisa Sand in die Augen zu streuen, bis ihre Kinder, - nach einem Weihnachtsbesuch mit ihm bei seinen Eltern - völlig verstört zurückkommen, da er ihnen, Marisas Einverständnis vortäuschend, Britta Heize als neue Mutter präsentiert hat.
Von der wütenden Marisa zur Rede gestellt, wirft Bert ihr Verfolgungswahn vor und behauptet, er hätte die Beziehung zu Britta beendet, sie würde deswegen heulend vor dem Computer sitzen und ihm eine Mail nach der anderen schreiben, wie unglücklich sie sei. Als Enrico jedoch einen Blick ins E-mail-Konto des Vaters wirft, stellt sich heraus, dass er in Wirklichkeit mit seiner Freundin Witze über Marisa gerissen hat. Dies führt zum sofortigen, effektvollen Rauswurf Herrn Kohlmeyers, womit er allerdings nicht aus dem Haus ist. Er hat nämlich in der Etage über dieser Wohnung noch Räume, von wo aus er nun gegen Marisa Krieg führt, die die Tragweite seines Vorgehens lange nicht erkennt.
Sie versucht weiter, den Söhnen eine Beziehung zum Vater zu ermöglichen, wobei sie auf Widerstand bei Robby stößt, der davon überzeugt ist, dass Bert ihn kidnappen will. Sie lässt sich sogar noch von Bert dazu überreden, um der gemeinsamen Beziehung zu den Kindern willen, zu einer familienpsychologischen Beratungsstelle zu gehen, wo sie feststellen muss, dass sie dort auf raffinierte Weise als eine krankhaft eifersüchtige Frau mit Wahnvorstellungen vorgeführt werden soll.
Bert ist bereits dabei, gemeinsame Bekannte gegen Marisa zu beeinflussen, was Marisa erstmals bei Elisabeth Walgenthal merkt, die auf Marisas Berichterstattung über die Trennung zuerst voll Mitgefühl für sie und entsetzt über Berts Verhalten reagiert. Doch nachdem sie dann mit Bert geredet hat, macht sie Marisa aufgebracht Vorhaltungen, sie hätte nicht das Recht, ihren Kindern den Umgang mit dem Vater zu verbieten und übergeht Marisas Richtigstellung mit wichtigtuerischen Belehrungen. Bert Kohlmeyer sagt höhnisch zu Marisa, er hätte `Elsi schon mal als Zeugin gewonnen' und behauptet, auch eine Zeugenaussage von Guido gegen sie zu bekommen.
Zu diesem Guido hatte Marisa einmal eine sehr emotionale Beziehung, die dramatisch im Streit auseinandergegangen war, noch bevor sie Bert kennenlernte. Alarmiert von der Verhaltensänderung Elisabeths nach dem Gespräch mit Bert, ruft Marisa Guido an, mit dem sie, seit dem Streit vor über zwanzig Jahren, nie mehr ein Wort gesprochen hat. Guido beginnt, überrascht, doch hocherfreut über den unerwarteten Anruf Marisas, gleich einen Briefwechsel mit ihr. Mit den täglichen, emotional intensiven E-mails lebt die Liebesgeschichte zwischen Marisa und Guido wieder auf, - ein weiteres Nebenthema - was Marisa dazu führt, Berts Verhalten zu verharmlosen, da mit der Renaissance ihrer alten Liebe doch immerhin etwas Gutes dabei für sie herausgekommen ist.
Bert hingegen legt jetzt richtig los, mit Telefonterror, Lärmbelastigung und dubiosen Intrigen, durch die vorgetäuscht wird, Marisa würde die Kinder am Kontakt mit ihm hindern. Einmal wird Marisa um vier Uhr nachts von ihm aus dem Schlaf geschreckt, als er in ihre Eingangsdiele einbricht, und dann behauptet, er müsse sofort an ihren Sicherungskasten, weil der elektrische Türöffner der Haustüre nicht mehr ginge und deshalb alle Klingeln nicht mehr abzuschalten wären. Dabei hat Marisa den Eindruck, dass er darauf spekuliert, das Marisa seine wirre Geschichte weitererzählt und dann als Spinnerin angesehen wird. Er durchwühlt in Marisas Abwesenheit ihre Wohnung und auch wenn er sich mal entgegenkommend zeigt, dient es der Absicht, etwas gegen sie zu Verwendendes zu finden. So zeigt er sich hilfsbereit, als Marisa ihn nach einem Sturz, wo sie sich die Hand angeschlagen hat, bittet, das Abendessen für die Kinder zu machen. Anschließend setzt er sich aber zu einem Chat mit Britta an seinen Computer, wobei die beiden Ideen entwickeln, wie man aus dem Vorfall eine gerichtlich verwertbare Geschichte von psychotischen Verhalten, Selbstverstümmelung und Gefährdung der Kinder basteln könne.
Enrico, der sich gerade mit Netzwerkprogrammierung beschäftigt, findet zufällig einen Chat auf dem väterlichen Computer, bei dem Bert und Britta sich über ihre Pläne, Marisa `die Kinder wegzunehmen', auslassen. Dabei wird klar, dass die beiden einen Gerichtsprozess vorbereiten und das Jugendamt und Psychologen für ihre Zwecke einspannen wollen. Die davon zutiefst getroffene Marisa empfindet die vor Gehässigkeit triefenden Sätze als so abartig, dass sie sich fühlt, als wäre sie in ein fremdes Leben gefallen. Es entsetzt sie vor allem, dass den Planungen klar und deutlich materielle Interessen zugrunde liegen. Bert glaubt, wenn er die Kinder in die Finger kriegt, gehört ihm das Haus.
Kurz danach stößt Enrico schon wieder auf einen schockierenden Text, offensichtlich zur Vorlage bei Gericht aufgesetzt. Bert Kohlmeyer präsentiert sich darin als alleinerziehender Vater, der seinen Beruf aufgeben musste, weil Marisa ihre Söhne von Geburt an abgelehnt hätte. Marisa erkennt, dass er von ihr erhaltene Informationen über die Kinder als Kern für seine Lügengeschichten verwendet, Informationen, die sie ihm vor längerer Zeit schon erteilt hat, im Glauben, seine Fragen bedeuteten ein zunehmendes Interesse an den Söhnen.
Sie finden weitere Chats, in denen Britta Bert aufhetzt, Marisa das Sorgerecht zu entziehen und in denen sie über, auf dieses Ziel hin von ihr selbst unternommene Anwaltsbesuche, berichtet.
Marisa ist also bereits vorgewarnt, als sie dann tatsächlich ein Anwaltsschreiben mit Vorwürfen und Forderungen erhält, das unmittelbar vor einer Reise nach Kallbronn - zwecks Besuch Guidos und eines Treffens mit Berts Mutter Heide - zugestellt wird. Als Marisa wieder mit den Kindern nach Hause zurückkommt, mitten in der Nacht, nach einer zermürbenden Fahrt mit stundenlangem Stau, findet sie eine von Bert gewalttätig aufgebrochene Tür in ihrer Eingangsdiele vor.
Nun sucht Marisa selbst eine Anwältin auf. Man erfährt, dass Marisa einmal, in einer schweren Krankheitssituation, eine Sorgerechtserklärung für Bert unterschrieben hat, wobei sie sowohl von ihm wie vom Jugendamt ausgetrickst wurde. Deshalb muss sie jetzt, als ledige Mutter, das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre, bis dahin in Alleinverantwortung erzogenen Kinder, beim Amtsgericht einklagen. Da die Kinder inzwischen bereits acht und vierzehn Jahre alt sind, soll Marisa Kontakt zum Jugendamt aufnehmen, um den Willen der Kinder aufnehmen zu lassen.
Damit betritt die Sozialarbeiterin Frau Zecke-Fraude die Bühne. Nach ihrem ersten Besuch ist sie, angesichts des zerrütteten Verhältnis zu Bert Kohlmeyer und des eindeutigen Willens der Kinder, bereit für ein alleiniges Sorgerecht Marisas zu plädieren. Doch dann trifft sie Bert und sieht sich zu einem weiteren Besuch veranlasst, wobei sie eine zweite Sozialarbeiterin mitbringt. Bei diesem Besuch ist sie nur darauf aus, Probleme bei den Kindern zu finden, Marisas Erziehungsfähigkeit in Frage zu stellen und sie über die Bedeutung des Vaters zu belehren. Um nicht als blind für die Probleme ihrer Kinder abgestempelt zu werden, entscheidet sich Marisa geringfügige Probleme zu erwähnen, wie dass Enrico auf Grund seiner Hochbegabtensituation kaum Gleichaltrige mit ähnlichen Interessen findet.
Inzwischen konzentriert Bert sich darauf, Marisa mit allem, wo noch in irgendeiner Weise Gemeinsamkeit besteht, zu tyrannisieren. Da bietet erstmal das Telefon von simplen Belästigungsanrufen bis hin zur angezapften und willkürlich abgeschalteten Leitung, zahlreiche Möglichkeiten. Bert hat den Telefonanschluss bereits heimlich auf seine Etage verlegt und Marisas Apparat funktioniert nur noch als Nebenanschluß, wenn er gerade Lust zum Abhören hat. Das gemeinsame Auto will er hinter ihrem Rücken verkaufen, obwohl ihm seine Mutter bereits ihr Auto dafür überlässt, dass Marisa das gemeinsame bekommt.
In diversen Szenen wird beschrieben, wie die umzingelte Marisa, mit Witz und Einfallsreichtum versucht, ihre erschwerte Lebenssituation zu bewältigen, wobei manchmal auch Mißgeschicke zu Erfolgen führen, wie bei der Geschichte, wie sie in den alleinigen Besitz des Autos gelangt. Doch Bert setzt immer wieder nach, sobald sie eine Hürde geschafft hat. So zapft er, kaum dass Marisa ihren eigenen Telefonanschluss erhalten hat, gleich wieder die neue Leitung an. Seine Kampfmaßnahmen richten sich nicht nur gegen Marisa, sondern auch gegen die Söhne. So lässt er zum Beispiel unheimliche Gespenstergeräusche durch die Lüftungsschächte in Marisas Badezimmer ertönen, für deren Erzeugung er sich eine Trompete angeschafft hat.
Marisa versucht zu flüchten, indem sie für sich und die Kinder neue Wohnräume und einen Käufer für das gemeinsame Haus sucht. Obwohl diese Bemühungen von Bert boykottiert werden, scheint sich durch einen Immobilientausch mit Helmut Umme eine Lösung zu bieten, die dann jedoch aus Finanzierungsgründen scheitert. Dabei werden Marisa im Rahmen einer raffinierten Intrige 20000,- Euro von Berts Eltern angeboten, wenn sie Bert das Aufenthaltsbestimmungsrecht gerichtlich übergibt, was Marisa empört ablehnt.
Nun setzt sie ihre Hoffnung auf den Prozess beim Amtgericht, doch sie hört nichts von ihrer Anwältin, wie sich später herausstellt, weil Bert inzwischen regelmäßig ihre Post konfisziert. Als ihr Antrag endlich doch vor Gericht kommt, wird abgelehnt, darüber auch nur zu verhandeln, mit der Behauptung, Marisa könne doch problemlos die Belange ihrer Kinder alleine regeln, ihr Aufenthaltsbestimmungsrecht sei unbestritten. Gleichzeitig wird dies jedoch bereits widerlegt, indem Bert Kohlmeyers Antrag auf alleiniges Sorgerecht bei Gericht eintrifft und somit kann Widerspruch eingelegt werden. Sein Antrag basiert auf dem bereits von Enrico auf dem Computer gesichteten Text und ist mit der dubiosen Ankündigung eines Sachverständigengutachtens ergänzt.
Enrico stößt noch einmal auf einen Text von Bert, eine Aufgabenliste, in der dieser sich unter anderem notiert hat, mit Frau Zecke-Fraude zu telefonieren und sie aufzusuchen, um über Enricos und Robbys Lebenssituation in einer `von der Mutter konstruierten irrealen Angstwelt', zu sprechen und dabei Marisa als eine Frau mit Verfolgungswahn darzustellen, die ihren Wahn auf die von der Außenwelt isolierten Kinder überträgt.
Marisa ist froh, darüber Bescheid zu wissen, als sie wenig später von Frau Zecke-Fraude unter dem Vorwand, sie hätte ein Angebot für Enrico, aufs Jugendamt gebeten wird. Da am Verhalten der Sozialarbeiterin klar wird, dass Bert, für den sie eine übersteigerte Sympathie erkennen lässt, seine Verleumdungen bereits vorgebracht haben muss, sagt Marisa gleich, es sei ihr bekannt, dass Bert Kohlmeyer sie für verrückt erklären wolle, doch dafür müsse er doch wohl Beweise vorlegen. Frau Zecke-Fraude eröffnet der fassungslosen Marisa, sie brauche keine Beweise, sie müsse die Aussagen des Vaters Ernst nehmen und Marisa hätte damit zu rechnen, dass das Gericht ein Gutachten über ihre Erziehungsfähigkeit fordern werde.
Dann reißt sie ohne Marisas Einverständnis Papiere, die nur für Marisas Rechtsanwältin verfasst sind, aus dem Ordner, den Marisa für den Fall, dass sie Belege braucht, mitgebracht hat, um sie anschließend in einem anderen Raum zu kopieren. Als Marisa nach dem angeblichen Angebot für Enrico fragt, gibt ihr die Sozialarbeiterin die Adresse der Kinderschutzambulanz mit der Aufforderung, dorthin zu gehen. Marisa wendet ein, das wäre doch wohl eine Institution für mißbrauchte und mißhandelte Kinder, aber Frau Zecke-Fraude behauptet, die Kinderschutzambulanz würde ein breit gefächertes Angebot für Jugendliche bieten. Marisa wird mißtrauisch und versucht, höflich ablehnen. Daraufhin droht ihr die Sozialarbeiterin, wenn sie ihre Angebote schon im Vorhinein ablehne, würde sie dies als mangelhafte Kooperation ansehen und ihr einen Sozialarbeiter zur täglichen Betreuung ihrer Kinder ins Haus schicken. So genötigt, vereinbart Marisa also einen Termin bei der Kinderschutzambulanz, wo sie auf die kleine, graumäusige Psychologin, Frau Lorenz trifft.
Diese macht ihr sogleich eine hysterische Szene, weil sie Robby mitgebracht hat und Marisa, die ohnehin schon erkannt hat, dass es hier ganz sicher keine akzeptablen Jugendangebote gibt, will sich gleich wieder verabschieden. Frau Lorenz verlangt, dann müsse sie aber einen Personalbogen ausfüllen und einen neuen Termin mit ihr vereinbaren, woraufhin Marisa allem zustimmt, um Robby schnell aus der feindlichen Atmosphäre zu schaffen.
Als sie dann zu diesem zweiten Termin kommt, mit der Absicht, jetzt endlich auf höfliche Weise jeden Kontakt ihrer Kinder mit dieser Institution zurückzuweisen, drängt Frau Lorenz ihr ein Gespräch über die Beziehung zu Bert Kohlmeyer auf, wobei sie unterstellt, Marisa bräuchte psychologische Hilfe, um ihre familiären Probleme zu bewältigen. Marisa versucht klarzustellen, dass sie weder Familientherapie noch Erziehungsberatung benötigt und dass eine Familie, wie Frau Lorenz sie sich vorstellt, überhaupt nie existiert hat. Daraufhin hackt die Psychologin nur umso penetranter auf der Problematik herum und ihre bevormundende Gesprächsführung wird zunehmend aggressiver. Endlich gelingt es der verärgerten Marisa, sich zu entziehen, doch als sie das Gebäude verlassen will, wird sie von der Sekretärin am Empfang zurückgerufen, die ihr ein Schreiben überreicht, auf dem zu Marisas Überraschung Diagnostiktermine für beide Söhne aufgelistet sind. Marisa stellt befriedigt fest, dass die Termine genau auf die Tage fallen, wo ihre Kinder schon andere Verpflichtungen haben, so dass sie einen unverfänglichen Ablehnungsgrund vorbringen kann. Doch sie muss ihre Ablehnung bei Frau Lorenz, mehrfach und schriftlich vorbringen, bis man sie endlich in Ruhe lässt.
Bert intensiviert den Kampf auf der Rechtsebene, so dass Marisa nur noch damit beschäftigt ist, mit ihrer Rechtsanwältin Gegendarstellungen gegen die immer grotesker werdenden Vorwürfe zu verfassen, die gegen sie vor Gericht eingereicht werden. Dann nennt er plötzlich für jede seiner Behauptungen Zeugen aus dem gemeinsamen Bekanntenkreis, ja es soll ihm angeblich sogar eine Freundin Marisas, die er kaum kennt, bezeugen, Marisa hätte gedroht, die Kinder umzubringen, sollten sie zum Vater kommen. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Lügen, doch es erfordert zahlreiche Gespräche, dies herauszufinden und hinterlässt Mißtrauen in den Beziehungen. Bert beschränkt sich nicht nur aufs Sorgerecht, sondern versucht auch noch eine Hausratsklage anzubringen und beantragt eine einstweilige Verfügung zum Umgangsrecht, bei der er einen so umfangreichen Umgang fordert, dass die Kinder damit praktisch abwechselnd bei beiden Eltern leben würden, eine Änderung des Aufenthaltsbestimmungsrechts über die Köpfe der Kinder hinweg. Mit beiden Klagen kommt er nicht durch, aber es gelingt ihm, Marisa nervlich zu zermürben und ihr mehr Zeit damit zu nehmen, als sie sich leisten kann.
Auch auf der Ebene des privaten Terrors hat er noch eine Überraschung. Kurz vor dem Gerichtstermin, bei eisigen Temperaturen, erhält Marisa von den Stadtwerken die Androhung der Zählersperrung, da Bert dafür gesorgt hat, dass Marisa niemals eine der bereits zahlreich eingegangenen Mahnungen zu Gesicht bekommen hat. Marisa ahnte nicht einmal, dass Bert den Gaszähler vor einem halben Jahr auf ihren Namen umgemeldet hatte, weil er weiterhin bei der Unterhaltsvorschusskasse vorbrachte, sie solle die von ihm bezahlten Energiekosten als Unterhaltszahlung anrechnen.
Gerade als Marisa nach der Bewältigung dieser Hürden aufatmet, erhält sie einen dringlichen Anruf, sofort in die Rechtsanwaltskanzlei zu kommen, es gäbe etwas Neues, wodurch ihre Erfolgschancen vor Gericht aussichtslos
aussähen: Bert Kohlmeyer hat sein mysteriöses Sachverständigengutachten hervorgezaubert, verfasst von Frau Lorenz und Frau Zecke-Fraude, ein Gutachten, das daraufhinzielt, Marisa die Sorgeberechtigung für ihre Kinder ganz zu entziehen. Die haarsträubenden Behauptungen, die dabei über Marisa und ihre Kinder aufgestellt werden, seien bei einer Diagnostik von Enrico und Robby in der Kinderschutzambulanz verifiziert, - eine Diagnostik, die allerdings, wie Marisa ihrer Rechtsanwältin versichern kann, niemals stattgefunden hat.
Mit einem kurzen Ausblick darauf, wie dieses Gutachten trotz zahlreicher Proteste vor Gericht akzeptiert und Marisas Leben dabei von den Mühlen der Justiz zermalmt wird, schließt dieser Teil.
Teil III beginnt in dem Hinterhof, wo die tote Frau liegt, die nun als Frau Heize identifiziert wird. Durch Freyas Einsatz stellt sich heraus, dass es sich hier nicht um einen Unfall handelt und so beginnt die Suche nach dem Täter, wobei im Verlauf der Ermittlung auch über die in Teil II in Gang gesetzten Sorgerechtsprozesse und ihre Auswirkung auf Marisa van Hünsels Leben berichtet wird.
Bert Kohlmeyer, der als Freund Frau Heizes der nächstliegende Verdächtige ist, schafft es schnell, mit Hinweis auf die in den Sorgerechtsakten vermerkten psychischen Störungen, insbesondere krankhafte Eifersucht, den Verdacht auf Frau van Hünsel zu lenken. Da Frau Heize neben einem hohen Alkoholspiegel auch Kokain im Blut hatte, wird aber auch erwogen, ob eine Auseinandersetzung um Drogen hinter dem Totschlag steht.
Gespräche mit Kohlmeyer und van Hünsel führen zu unterschiedlichen Ansichten über die Täterschaft bei Freya und Arno und Disharmonie im kollegialen Verhältnis. Freya besucht im Hinblick auf die angeblichen psychischen Störungen Frau van Hünsels die Kinderschutzambulanz und entlarvt das Gutachten als Lügengeschichte. Es ist inzwischen bekannt, dass Marisa van Hünsel das alleinige Sorgerecht verweigert wurde, ihre Kinder jedoch weiterhin ausschließlich bei ihr wohnen können, wenn auch nur, weil sie schon so alt sind, dass die Richter ihre Meinung nicht vollständig übergehen konnten. Der richterliche Beschluss beruft sich bei seiner Entscheidung auf die Verleumdungen aus dem angefochtenen Gutachten und weiteren, ebenfalls strittigen Behauptungen Bert Kohlmeyers. Marisa wurde vor Gericht zudem mit absoluter Respektlosigkeit behandelt, Bert Kohlmeyer dagegen geradezu hofiert. Ihm wurde Autorität über Marisa und ihre Kinder verliehen, er konnte den abstrusesten Unfug über sie vorbringen, ohne dass es im Geringsten seine Glaubwürdigkeit erschütterte und nichts von dem, was er gegen Marisa van Hünsel unternommen hatte, gereichte ihm zum Nachteil. Nach diesen Gerichtserfahrungen sieht Marisa die Grundlagen ihres Leben erschüttert, wobei dies auch auf der faktischen Ebene gilt, da sie so viel Zeit und Energie im Kampf für ihre Kinder investieren musste, dass sie darüber alle beruflichen Chancen verloren hat.
Dann erfahren die Kommissare, dass Britta Heize auch einen Freund in Ehlingen hatte, mit gemeinsamem Hausbesitz, was ihn ebenfalls in den Kreis der Verdächtigen stellt. Freya fährt daraufhin zur Überprüfung von Britta Heizes persönlichem Hintergrund nach Ehlingen, während Arno Frau van Hünsel weiterverfolgt, nach wie vor fest von deren Täterschaft auf Grund von Eifersucht überzeugt. Arno nutzt absichtlich Freyas Abwesenheit, denn er weiß, dass Freya damit nicht einverstanden ist, sondern von ihm erwartet, dass er sich auf Bert Kohlmeyer konzentriert, den sie, nach der Lektüre seiner Chats mit Britta Heize, als einen psychopatischen Charakter einstuft.
Arno zieht eine Observierung Frau van Hünsels durch, indem er ihr hinterherfährt und vor der Schule, wo sie auf ihren Sohn wartet, ein `zufälliges Zusammentreffen' arrangiert, bei dem er sie bedrängt, Haß und Rachegefühle gegenüber Britta Heize zu gestehen. Es gelingt ihm zwar nicht, sie auf diese Art zu überführen, doch er schließt aus ihren Äußerungen, dass ihr Selbstjustiz zuzutrauen ist und außerdem bemerkt er, dass sie weit kräftiger ist, als sie aussieht, was er im Hinblick darauf, dass Frau Heize erschlagen wurde, ebenfalls als belastend ansieht. Dann will er sie in ihrer Wohnung vernehmen, wo er statt ihr, Guido Hermanns begegnet, den er zuerst für einen Nachbarn hält, dem er belastende Aussagen entlocken will.
Arno erfährt dabei, dass Marisa, um Berts Schikanen, von denen auch ihm bisher unbekannte erwähnt werden, zu entgehen, die Haushälfte der Familie Kohlmeyer kaufen musste und dadurch finanziell untragbar belastet ist. Als er jedoch hört, in welchem Verhältnis Guido Hermanns zu Marisa steht und dass er gleich nach ihrer Trennung von Bert Kohlmeyer wieder mit ihr zusammen war, stellt er sein Eifersuchtsmotiv erstmals in Frage.
Von ihrer Reise aus Ehlingen zurückgekehrt, hält nun aber Freya eine Täterschaft Frau van Hünsels nicht mehr für ausgeschlossen. Was sie über Britta Heize herausgefunden hat, legt die Möglichkeit nahe, dass diese sich für ihre in der Jugend erlebte Zurücksetzung nicht nur an Marisa van Hünsel, sondern auch an deren Kindern rächen wollte, wobei in diesem Zusammenhang auch Frau Heizes Interesse an Pornographie verdächtig erscheint. Beide Kommissare halten es für möglich, dass Frau van Hünsel, um ihre Kinder zu schützen, einen Totschlag begehen würde und wollen herausfinden, wie sehr sie ihre Söhne durch Frau Heize gefährdet sah. Sie besuchen Frau Zecke-Fraude auf dem Jugendamt, wo man mehr über Frau Zecke-Fraude und die Funktion des Jugendamtes erfährt als über Marisa van Hünsel und sie laden Frau van Hünsel zu einem weiteren Verhör, das von Freya geführt wird, ins Polizeipräsidium.
Bei dieser Vernehmung Frau van Hünsels wird bekannt, wie übel ihr bei der zweiten Sorgerechtsverhandlung, vor dem Oberlandesgericht, mitgespielt wurde, einer Verhandlung die im Grunde nur dazu diente, den ersten Beschluss zu rechtfertigen und zu bekräftigen. Es wird näher auf eine besonders vernichtende Zeugenaussage gegen sie eingegangen, die von Berts Freund Hannes Klomp stammt, der dabei besonders intime Kenntnisse der van Hünselschen Familienverhältnisse vortäuscht und es werden die dahinterliegenden Intrigen, die schon weit vor Frau Heizes Auftritt angefangen haben, aufgezeigt. Danach ist Freya der Meinung, dass die Art, wie Frau van Hünsel behandelt wurde, ausreicht, um auch bei einer ausgeglichenen Person genug Wut für einen Totschlag zu erzeugen.
Arno schlägt vor, nun Marisa van Hünsels Bekannte zu vernehmen, um etwas zu finden, womit man sie festnageln kann, woraufhin die Kommissare drei ihrer Freundinnen besuchen, die Protestschreiben gegen das fingierte Gutachten ans Jugendamt geschrieben hatten. Bei diesen Gesprächen erfahren sie Weiteres darüber, wie Bert Kohlmeyer Marisa nachgestellt hatte, als er noch im gleichen Haus wohnte, sowie bisher noch unbekannte Details aus den gerichtlichen Auseinandersetzungen. Dass Bert im Amtsgericht vor der Verhandlung noch versuchte, Marisa Füßchen zu stellen, bringt Freya zum Nachdenken darüber, wie es bei einem Mann, der nicht mal im Gericht vor einem Angriff zurückschreckt, mit der Gewaltbereitschaft auf dem eigenen Balkon aussieht. Dann hören die Kommissare, dass Bert Kohlmeyer seine verleumderischen Schriften ans Gericht nach Regieanweisungen einer radikalen Vaterschaftsvereinigung geschrieben hat, was Frau van Hünsel erst vor einiger Zeit herausgefunden hat und sie vermuten eine zeitliche Korrelation zum Totschlag Britta Heizes.
Beim letzten dieser drei Besuche, bei Frau Claußner, erfahren sie, wie Frau Zecke-Fraude sich mit, gegen Marisa gerichteten, falschen Aussagen vor dem Oberlandesgericht als Zeugin aufspielen durfte. Es wird ihnen auch berichtet, dass Bert Kohlmeyer, nachdem die gerichtlichen Auseinandersetzungen beendet und er selbst aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen war, Marisa van Hünsel und ihre Kinder noch über das Umgangsrecht weiter terrorisiert und versucht hat, ihr über das Jugendamt das Aufenthaltsrecht zu nehmen. Nachdem dies nicht gelang, stellte er den Kontakt zu den Kindern ein.
Bei Frau Claußner, die in der Nachbarschaft der van Hünsels wohnt, ist Marisas jüngerer Sohn Robby oft zu Besuch, denn er ist mit ihrem Sohn befreundet und so treffen Freya und Arno ihn nun dort an. Er erzählt ihnen, wie Frau Zecke-Fraude auf raffinierte Weise versuchte, ihn und seinen Bruder zu überlisten, einem Umgangsrecht zuzustimmen, das in Wirklichkeit die Änderung des Aufenthaltsbestimmungsrecht bedeutet hätte. Darüberhinaus macht er noch weitere Aussagen, die zeigen, dass die Sozialarbeiterin wohl nicht nur amtliches Engagement für Herrn Kohlmeyer aufgebracht hat.
Das erinnert Freya an ihren eigenen Besuch im Jugendamt und sie registriert, dass ihr die Argumentationsweise von Frau Zecke-Fraude auch unangemessen persönlich vorkam. Freya sieht damit ein ganz neues Szenario, bei dem Frau Heize sich in Bert Kohlmeyers Leben gedrängt und ihn mit Versprechungen erobert hat, die sich dann als leere Worte erwiesen haben, während Frau Zecke-Fraude sich tatsächlich so für ihn eingesetzt hat, dass sie nicht einmal vor Lüge und Betrug zurückgeschreckt ist. Dadurch ist sie für ihn die attraktivere Frau geworden, doch nachdem Frau Heize, schon seit ihrer Jugend von ihm besessen, ihn endlich erobert hat, wird sie ihn niemals wieder frei geben. So muss sie sterben, um Platz für die engagiertere Frau zu machen.
Arno hält jedoch weiterhin Frau van Hünsel für die Täterin. Das begründet er damit, sie hätte durch Bert Kohlmeyer so viel Schaden erlitten, dass man es geradezu als Existenzvernichtung ansehen kann. Da Frau Heize als Drahtzieherin dahinter gestanden hätte, sei sie vom Balkon geflogen, damit sie nicht noch mehr Schaden
anrichten könne. Auf Freyas Einwand, sie könne ihr doch gar nicht mehr schaden, wenn Herr Kohlmeyer die Umgangstreffen schon aufgegeben habe, kontert er, dass Herr Kohlmeyer keineswegs seinen Anspruch aufs Aufenthaltsbestimmungsrecht aufgegeben habe, denn sonst wäre er nicht weiterhin Mitglied in der radikalen Vaterschaftsfront. Das hat er bereits recherchiert. Außerdem weist er darauf hin, dass vor dem Oberlandesgericht zwei Vertreterinnen des Jugendamts erschienen sind und Frau Zecke-Fraude sich auch bei ihren Aussagen auf eine zweite Kollegin berufen hätte, das spräche gegen Freyas These der persönlichen Verstrickung.
Sie beschließen die zweite Jugendamtsangestellte zu vernehmen und stellen fest, dass die vor Gericht erschienene Vertreterin dieses Amtes Frau van Hünsel und ihre Kinder nie zuvor gesehen hatte, ihre Entsendung war lediglich ein amtlicher Täuschungsversuch. Von Frau van Hünsel erfahren sie, dass Frau Zecke-Fraude vielmehr eine Freundin von der AWO zum Hausbesuch mitgebracht hatte. Als die Kommissare diese vernehmen, bestätigt sich, dass Freya, wie auch der kleine Robby, mit ihrer Ansicht Recht hatten, Bert Kohlmeyer und Frau Zecke-Fraude würden unter einer Decke stecken und so wird sie zur Vernehmung vorgeladen.
Zuerst mehr der Mittäterschaft verdächtigt, ändert sich die Meinung der Kommissare, als sie merken, dass Frau Zecke-Fraude weit mehr Angst davor hat, man könne ihr ein Zusammentreffen mit Frau Heize nachweisen, als vor Aussagen, die Bert Kohlmeyer belasten. Freya stellt ihr daraufhin eine Falle, indem sie ihrer Sekretärin Frau Heizes Kaffeetasse zum Fingerabdruckvergleich mit der Mordwaffe übergibt. Bei ihrer Abwehr - wenn Fingerabdrücke von ihr auf einer Bierflasche seien, dann doch wohl nur, weil sie diese rein zufällig berührt habe, - verrät die Sozialarbeiterin sich, denn es wurde aus ermittlungstechnischen Gründen nie veröffentlicht, dass Frau Heize mit einer Flasche erschlagen wurde, bevor sie vom Balkon stürzte. Im weiteren Verhör wird Frau Zecke-Fraude in die Enge getrieben, die Tat zuzugeben und es werden die Umstände geschildert, die zum Totschlag geführt haben.
Der Roman schließt mit einem analysierenden Gespräch zwischen Freya und Arno in ihrer Stammkneipe, wo sie den gelungenen Abschluss des Falles feiern.
Soweit also die auf den Handlungsverlauf konzentrierte Zusammenfassung, doch dies allein wird dem Roman in keiner Weise gerecht, denn es fehlen noch wesentliche Elemente. Da wäre zum Beispiel ein wichtiges Gespräch zwischen Freya und ihrer Mutter anzuführen, bei der die Mutter einen sehr treffenden Vergleich in Bezug darauf aufstellt, wie die heutige Gleichberechtigung für Frauen aussieht und wie es stattdessen sein müsste. Im Roman `Justiz der Lügner' wird nämlich die Kriminalgeschichte dazu verwendet, einen gesellschaftskritischen Roman spannender und unterhaltsamer an den Leser zu bringen. Es geht um Amtsmißbrauch und Rechtswillkür, wobei am Beispiel dieser Rechtswillkür wiederum grundsätzlich die Existenzberechtigung des Familienrechts hinterfragt wird. Darüberhinaus werden allgemein akzeptierte Ansichten zur Situation der Frau in der Gesellschaft angezweifelt und in Frage gestellt, ob es sich bei der angeblichen Gleichberechtigung der Frauen tatsächlich um Emanzipation handelt.
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